Röhrende Hirsche besuchen
In Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide beginnt die eindrucksvolle Brunft der Rothirsche – ein Naturschauspiel, das man hören kann, bevor man es sieht. Die Heinz Sielmann Stiftung lädt zu abendlichen Exkursionen ein, bei denen Besucher die röhrenden Hirsche, große Brunftrudel und mit etwas Glück sogar Wisente und Przewalski-Pferde erleben.
Mit dem September beginnt in Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide bei Elstal eine der eindrucksvollsten Phasen des Jahres: die Brunft der Rothirsche. Ihr tiefes, markantes Röhren hallt nun wieder über die weiten Heideflächen und lichten Wälder – ein Naturereignis, das Besucher nicht nur sehen, sondern vor allem hören können. Die Heinz Sielmann Stiftung lädt deshalb ab dem 17. September zu einer Reihe abendlicher Exkursionen ein, die das Schauspiel aus nächster Nähe erlebbar machen.
Wenn die Paarungszeit anbricht, sammeln sich zunächst die Hirschkühe mit ihren Jungtieren in großen Kahlwildrudeln an den traditionellen Brunftplätzen. Kurz darauf erscheinen die männlichen Hirsche, deren Geweihe jetzt vollständig ausgebildet sind. Was folgt, ist ein wochenlanger Wettbewerb um Dominanz und Paarung: Ein explosiver Hormoncocktail treibt die Tiere an, Rivalen durch lautes Röhren einzuschüchtern und die Aufmerksamkeit der Weibchen zu gewinnen. Das sonore, durchdringende Röhren ist teilweise kilometerweit zu hören und gilt als akustisches Markenzeichen der Brunft.
Sven Wilhelm, Landschaftspfleger und Jagdaufseher der Heinz Sielmann Stiftung, beobachtet das Rotwild täglich. „Der September ist eine wirklich magische Zeit in der Döberitzer Heide. Das Rotwild sammelt sich auf den Freiflächen zu großen Brunftrudeln. Dort kann man die Tiere dann mit etwas Glück und einem Fernglas gut beobachten und dem Konzert der röhrenden Hirsche lauschen“, sagt er. Noch steht die Brunft am Anfang, doch mit sinkenden Temperaturen wird das Geschehen intensiver.
Für die Hirsche ist diese Zeit extrem kräftezehrend. Über Wochen schlafen sie kaum, fressen wenig und verteidigen ihr Rudel nahezu rund um die Uhr. Am Ende verlieren Platzhirsche nicht selten ein Drittel ihres Körpergewichts – ein eindrucksvoller Beleg für die körperliche Belastung dieser kurzen, aber intensiven Phase.
Um dieses Naturereignis sicher und respektvoll zu erleben, bietet das Natur-Erlebniszentrum Döberitzer Heide geführte Abendwanderungen an. Die Route führt über unbefestigte Wege vorbei an Heideflächen und durch lichte Wälder bis zur sogenannten „Wüste“, einem weitläufigen offenen Areal mit idealen Sichtbedingungen. Neben dem Rotwild zeigen sich dort häufig auch Wisente und Przewalski-Pferde – Begegnungen, die der Exkursion einen Hauch von Safari verleihen.
Die Wanderungen richten sich an Erwachsene und Jugendliche ab zwölf Jahren. Festes Schuhwerk, wettergerechte Kleidung, ein Fernglas und eine Taschenlampe gehören zur empfohlenen Ausrüstung. Die Fußstrecke beträgt rund sieben Kilometer.
Termine der Exkursionsreihe „Könige des Waldes“ Natur-Erlebniszentrum Döberitzer Heide, Zur Döberitzer Heide 9, 14641 Wustermark
- Donnerstag, 17. September, 16:30–19:30 Uhr
- Donnerstag, 1. Oktober, 16:30–19:30 Uhr
- Freitag, 2. Oktober, 16:30–19:30 Uhr
- Donnerstag, 8. Oktober, 16:30–19:30 Uhr