DYSTOPIA - Wolfgang Petrick & Friends
5. Juli - 13. September 2026
Schloss Sacrow
14469 Potsdam
Wolfgang Petrick (1939–2025) war einer der bekanntesten Vertreter der Kritischen Realisten – ein Künstler, dessen Werk aus Kriegserfahrungen, Trümmerlandschaften und dem eingemauerten Westberlin heraus eine unverwechselbare Bildsprache entwickelt hat. Seine Gemälde, Skulpturen und Installationen zeigen verletzliche Körper, hybride Cyborg‑Wesen und Mensch‑Tier‑Maschinen, die eine außer Kontrolle geratene Zukunft heraufbeschwören. Petricks kulturpessimistischer Blick wirkt auch heute aktuell. Als Kunststudent fühlte sich Wolfgang Petrick zu Werken von Otto Dix, Georg Grosz und Max Beckmann hingezogen, aber auch zur Art Brut eines Jean Dubuffet oder der expressiven Malerei von James Ensor. Er war Mitbegründer der ersten Berliner Produzentengalerie Großgörschen 35, wurde zum Wortführer der Kritischen Realisten und nahm 1977 an der Documenta 6 in Kassel teil. Petrick war Mitglied der Akademie der Künste und unterrichtete drei Jahrzehnte lang Meisterklassen an der Berliner Hochschule der Künste (heute UdK). Die Verletzlichkeit und Versehrtheit von Mensch und Natur in einer zerstörerischen ‚Zivilisation’ ist ein wiederkehrendes Thema Wolfgang Petricks bis in sein Spätwerk hinein, das in Schloss Sacrow ausführlich präsentiert wird. Diese große Hommage mit rund 200 Arbeiten von Wolfgang Petrick wird ergänzt durch künstlerische Positionen seiner Frau Helma Petrick (1940-2025) und ehemaliger Studenten und Künstlerfreunde unterschiedlicher Generationen.