Wenn der Müggelsee, die Rummelsburger Bucht oder kleinere Parkteiche zufrieren und die Stadt in frostige Stille fällt, ziehen sich zahlreiche Arten in sichere Winterquartiere zurück.
Weinbergschnecken vergraben sich tief im Boden und verschließen ihr Haus mit einem Kalkdeckel, der sie vor dem Austrocknen schützt. Marienkäfer wiederum drängen in Fassadenspalten, Fensterrahmen oder Laubhaufen und überstehen dort in großen Gruppen die kalten Monate.
Andere Arten setzen auf biochemische Tricks: Der Zitronenfalter lagert Glyzerin in seinen Zellen ein und trotzt damit selbst strengem Frost. Auch der Moorfrosch kann körpereigene Frostschutzmittel bilden und so Temperaturen bis minus 16 Grad überstehen. Für manche Insekten ist die Kälte sogar notwendig – Schmetterlingspuppen wie die des Schwalbenschwanzes entwickeln sich nur weiter, wenn sie einen deutlichen Winterreiz erhalten. Auch äußerlich passen sich einige Tiere an. Das Hermelin wechselt im Winter zu einem schneeweißen Fell, das es in verschneiten Landschaften perfekt tarnt. Und während viele Vögel in wärmere Regionen ziehen, kommen andere wie der Raubwürger aus dem hohen Norden nach Mitteleuropa und nutzen offene Landschaften als Jagdgebiet. Wanderfalter wie der Admiral überwintern teils in Südeuropa, während der Distelfalter jedes Jahr bis südlich der Sahara zieht – eine der längsten bekannten Insektenwanderungen.