Berlin baut – aber viel zu wenig

In Karlshorst realisiert die WvM Berlin ein neues Wohnquartier mit ca. 300 Wohnungen – 30 Prozent davon werden öffentlich geförderter Wohnungsbau sein
Wohnungsbau

In Berlin wird zwar weiterhin gebaut, aber es gibt deutliche Herausforderungen im Wohnungsbau. Die gestiegenen Bau- und Finanzierungskosten setzen sowohl Käufer und Mieter als auch Investoren und Bauträger unter Druck. Besonders in den Außenbezirken wie Lichtenberg gibt es Hoffnungen auf das sogenannte Schneller-Bauen-Gesetz, das den Bauprozess beschleunigen soll.

Bei einer Presseveranstaltung Ende April diskutierten Bezirkspolitiker aus Lichtenberg und Vertreter der Bau- und Investitionsbranche aktuelle Entwicklungen im Wohnungsbau. Dr. Simon Kempf, Geschäftsführer der DLE Land Development (DLE), betonte, dass der politische Wille zur Schaffung von Baurecht in den verschiedenen Berliner Bezirken unterschiedlich ausgeprägt ist. In Lichtenberg besteht jedoch kein Zweifel daran, dass der Bezirk neue Wohnungen und die erforderliche Infrastruktur errichten möchte. Die Genehmigungszahlen und der Fortschritt bei den Genehmigungen deuten darauf hin, dass bis Mitte nächsten Jahres Baurecht für ein prominentes Grundstück in Lichtenberg geschaffen werden kann – insbesondere durch das geplante Schneller-Bauen-Gesetz.

Die DLE plant derzeit am Sportforum in Lichtenberg auf einem 31 100 Quadratmeter großen Grundstück des ehemaligen Sporthotel Hohenschönhausen ein Quartier mit einer Geschossfläche von 70 200 Quadratmetern. Dabei sind 80 Prozent für Wohnen und 20 Prozent für Gewerbe vorgesehen. Das Unternehmen befindet sich derzeit in Gesprächen mit dem Bezirk über die Verteilung der Baukörper, mögliche Hochpunkte, Durchwegungen und die Nutzung der Freiflächen zwischen den Gebäuden.

321 neue Wohnungen in Karlshorst

In Kürze beginnt die WvM Gruppe mit einem ehrgeizigen Projekt: dem Bau von 321 Wohnungen an der Zwieseler Straße im Berliner Ortsteil Karlshorst. Das Grundstück erstreckt sich über 22 330 Quadratmeter und folgt dem Berliner Modell der kooperativen Baulandentwicklung. Dabei sind 30 Prozent der Wohnfläche für öffentlich geförderten Wohnraum vorgesehen.

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Verdichtung und Umnutzung

In Berlin gibt es viel Potenzial für die Verdichtung und Umnutzung von Gewerbeflächen, um mehr Wohnraum zu schaffen.

Pepijn Morshuis, vom Immobilienunternehmen Trei Real Estate, sieht in der Nachverdichtung eine Möglichkeit, mehr Wohnungen in Berlin zu realisieren. Konkret geht es um Grundstücke, die derzeit mit eingeschossigen Einzelhandelsimmobilien bebaut sind. Die Idee ist, diese Flächen für den Wohnungsbau zu nutzen. Das Unternehmen hat bereits Grundstücke mit eingeschossigen Supermärkten aus ihrem Bestand genutzt, um Mehrfamilienhäuser zu errichten und Nahversorger zu integrieren.

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Ein Beispiel dafür ist die Fürstenberger Straße in Berlin-Mitte, wo eine veraltete eingeschossige Einzelhandelsimmobilie durch einen Neubau mit 117 Mietwohnungen ersetzt wurde. Im Erdgeschoss des Gebäudes entstand eine rund 1 800 Quadratmeter große Handelsfläche. Trei hat bereits drei solcher Projektentwicklungen in Berlin abgeschlossen, und fünf weitere Nachverdichtungen befinden sich derzeit in unterschiedlichen Genehmigungsphasen.

Neben der Verdichtung spielt auch die Umnutzung von Gewerbegrundstücken eine wichtige Rolle. Insbesondere in Wohngegenden in Berlin, wo der Mietmarkt angespannt ist und angrenzende Wohnbebauung vorhanden ist, bietet sich die Umnutzung von Gewerbeflächen für Wohnzwecke an.

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