Die Exmoor-Ponys sind da

Jochen Paleit von der Heinz Sielmann Stiftung und Heidekönigin Diana Beyer-Stadelmeier bringen die Exmoor-Ponys auf die neuen Weideflächen
Neue Bewohner der Döberitzer Heide

Die acht Exmoor-Ponys des Betriebs Döberitzer Heide-Galloways  sind die ersten Bewohner der neuen Weideflächen in der Hasenheide südlich des Havelparks. Sie wurden im Rahmen eines öffentlichen Weideauftriebs auf die Flächen gebracht und im Beisein der Heidekönigin Diana Beyer-Stadelmeier in die weitläufige Offenlandschaft entlassen. Dort werden die Tiere nun das ganze Jahr über leben und grasen. Damit erhalten und schaffen sie wie nebenbei Lebensräume für viele andere Tiere und Pflanzen.

Jochen Paleit, Vorstandsvorsitzender der Heinz Sielmann Stiftung, erklärt:

Große Pflanzenfresser sind für die naturschutzfachliche Landschaftspflege der Döberitzer Heide ein Schlüssel zum Erfolg. Die Exmoor-Ponys tragen durch ihre Lebensweise zur Artenvielfalt bei. Jeder Hufabdruck, jeder Verbiss, jeder Dunghaufen beeinflusst das Ökosystem positiv.

 

Naturschutz und Beweidung gehen Hand in Hand
Auch Landwirt Helmut Querhammer unterstreicht: „Als Landwirt und Naturliebhaber habe ich früh gelernt, dass Artenvielfalt immer dort entsteht, wo die Landschaft Struktur hat – offene Stellen neben Gebüsch, kurzes Gras neben Rohboden. Genau das schaffen diese Ponys.“ Schon seit über 30 Jahren arbeitet sein Familienbetrieb „Döberitzer Heide-Galloways“ im Sinne des Natur- und Landschaftsschutzes. Im Auftrag der Heinz Sielmann Stiftung und anderer Träger setzt der Betrieb extensive Weideprojekte unter anderem mit Galloways, Wasserbüffeln, Zebus, Koniks, Schafen, Ziegen und nun auch Exmoor-Ponys um.

„Die Partnerschaft mit dem Landwirtschaftsbetrieb von Familie Querhammer ist über lange Jahre vertrauensvoll gewachsen. Der Einsatz der Tiere trägt maßgeblich zum Erhalt der offenen Landschaft bei“, lobt Paleit.

Acht Exmoor-Ponys sind die ersten Bewohner der neuen "Wilden Weiden"

Mehr Wilde Weiden für die Heide
Mit den neuen „Wilden Weiden“ weitet die Heinz Sielmann Stiftung ihr Konzept der ganzjährigen extensiven Beweidung in Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide gezielt aus, um wertvolle Offenlandlebensräume dauerhaft für eine Vielzahl seltener und gefährdeter Arten zu sichern. Obendrein verringert sich der Einsatz von Maschinen für die Landschaftspflege, was Ressourcen spart und zu weniger Störungen im Naturschutzgebiet führt.

Robuste Rinder- und Pferderassen wie Galloways, Wasserbüffel, Koniks oder Sorraias übernehmen hierbei eine Schlüsselrolle: Sie verbeißen junge Gehölze, verhindern so ein Zuwachsen der Flächen und trampeln Rohbodenstellen frei, auf denen Wildbienen und andere bodenbrütende Insekten nisten. In der Kernzone des Naturschutzgebiets erledigen Wisente, Przewalski-Pferde, Rothirsche und andere Wildtiere diese Aufgabe.

Ponys beobachten, Heide erleben
Die Exmoor-Ponys ergänzen dieses System: In ihrer Heimat, dem englischen Exmoor, werden sie bis heute in halbwilden Herden ganzjährig in weiten, kargen Heidelandschaften gehalten. Perfekte Voraussetzungen also, um auch hierzulande im Jahresrhythmus der Natur Offenlandlebensräume zu bewahren und zu entwickeln. Das neue Weideprojekt fällt in das von den Vereinten Nationen ausgerufene Internationale Jahr der Weidelandschaften und des Hirtentums.

Für Besucher von Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide entsteht mit den Exmoor-Ponys ein neues Naturerlebnis auf dem Weg durch die Ringzone. Vom Eingang zur Döberitzer Heide hinter dem Parkplatz des Havelparks führt ein ausgeschilderter Fußweg zum Obelisken an den neuen Weideflächen vorbei.

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