Berlin ist eine Stadt, die sich selten ausruht. Sie verändert sich, verhandelt sich neu, zieht Menschen an, stößt sie ab, formt sie – und wird zugleich von ihnen geformt. Künstlerische, politische und migrantische Wege kreuzen sich hier seit Jahrzehnten auf engem Raum. Diese Dynamik bildet den Ausgangspunkt für die neue Sammlungspräsentation im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart, die anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Hauses einen Blick auf die Berliner Kunstszene im globalen Dialog von 1989 bis heute wirft.
Über 70 Werke von mehr als 50 Künstlern – darunter Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Fotografien und Videoinstallationen – entfalten ein Panorama, das weit über die Grenzen der Stadt hinausreicht. Die Präsentation zeigt, wie stark Berlin seit dem Mauerfall als Magnet für internationale Kunstschaffende wirkt und wie eng lokale Szenen mit globalen Diskursen verwoben sind.
Im Zentrum steht dabei nicht nur die künstlerische Produktion, sondern auch der Mythos, der Berlin seit den 1990er Jahren begleitet: ein Ort des Hedonismus, der Subkultur, der politischen Reibung und der kreativen Freiheit. Die ausgestellten Arbeiten spiegeln diese Erzählung – und hinterfragen sie zugleich. Sie zeigen Berlin als Projektionsfläche, als Experimentierfeld und als Raum, in dem Identität, Herkunft und gesellschaftliche Positionen ständig neu ausgehandelt werden.
Ab 12. Juni 2026
Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin
Invalidenstraße 50, 10557 Berlin
Di, Mi, Fr 10 – 18 Uhr, Do 10 – 20 Uhr, Sa + So 11 – 18 Uhr