Fotografischer Dialog im Gropius Bau

Peter Hujar, Beauregard and his Dog Pilar (I), 1983
Peter Hujar / Liz Deschenes: Persistence of Vision

Persistence of Vision bringt erstmals in Berlin die Arbeiten von Peter Hujar und Liz Deschenes zusammen und lässt zwei kompromisslose Positionen der Fotografie über Generationen hinweg miteinander sprechen. Die Ausstellung zeigt, wie klar, hartnäckig und visionär dieses Medium sein kann – wenn man es lässt.

Mit rund 120 Fotografien, von denen viele zum ersten Mal in Berlin zu sehen sind, bietet „Persistence of Vision“ einen umfassenden Einblick in alle Phasen seines Œuvres, von frühen fotografischen Experimenten in den 1950er Jahren bis hin zu seinen reifen Studioarbeiten, die vor seinem Tod 1987 an den Folgen einer AIDS-Erkrankung entstanden sind.

In der Ausstellung werden Hujars Fotografien mit zeitgenössischen Werken der in New York lebenden Künstlerin Liz Deschenes kombiniert, wodurch die Betrachter dazu angeregt werden, die Praxis beider Künstler in einem neuen Licht zu betrachten. Obwohl sie verschiedenen Generationen angehören und unterschiedliche Bildsprachen verwenden, teilen beide Künstler ein tiefes Interesse an den materiellen Möglichkeiten und Techniken der Fotografie, der Architektur und der Rolle der Schönheit.

Liz Deschenes, Warp / Weft #1 & #2 (Diptych), Warp / Weft #3 & Untitled (Gorilla Glass 100), 2024-2025 © Courtesy of Liz Deschenes and Emanuela Campoli, Paris / Milan, Photo: Andrea Rossetti
Liz Deschenes, Retaining, 2025 (detail)

Die Werke der beiden Künstler werden direkt nebeneinander präsentiert, wodurch ein Dialog zwischen ihren unterschiedlichen Ansätzen entsteht. Liz Deschenes' mondbeschienene Fotogramme treten in einen poetischen Austausch mit Hujars filmischen Bildern von New York bei Nacht und unterstreichen ihre gemeinsame Erforschung der Nacht nicht nur als Thema, sondern als eigenständiges Medium. In einer anderen Galerie treffen Hujars Fotografien von Ruinen auf Deschenes' Retaining-Skulpturen, die von Gerüstsystemen inspiriert sind, die zur Stabilisierung historischer Gebäude dienen, die sich in der Konservierung befinden. Zusammen stehen diese Werke in Resonanz mit der eigenen Architekturgeschichte des Gropius Bau: Nach der fast vollständigen Zerstörung seines Daches und der oberen Stockwerke während des Zweiten Weltkriegs stand das Gebäude bis 1978 als verlassene Ruine da.

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