"Szabo hat sehr viel von mir"

Robert Winkler (Kai Scheve) und Karina Szabo (Lara Mandoki) stellen im Wald einen Holzdieb. Ist er auch der Mörder?
Interview mit Lara Mandoki

Nach sieben Jahren im Erzgebirgskrimi verabschiedet sich Lara Mandoki von ihrer Rolle als Kommissarin Karina Szabo. Im Gespräch blickt sie auf einen emotionalen Dreh, eine Figur, die mit ihr gewachsen ist, und auf die besondere Verbindung zu ihrem Team zurück. Sie erzählt, welche Eigenschaften Szabo mit ihr teilt, warum Frühstück am Set ein kleiner Running Gag wurde und was „Mordholz“ zu einem besonders relevanten Film macht. Außerdem verrät sie, an welchem Ort in Berlin sie am besten zur Ruhe kommt

Im Erzgebirgskrimi „Mordholz“ ermittelt Karina Szabo zum vorletzten Mal. Mit welchem Gefühl haben Sie diese Dreharbeiten erlebt – war das Abschiednehmen bereits spürbar?

Ja, der Abschied war bereits spürbar. Vor allem der letzte Drehtag war sehr emotional. Während dieser Dreharbeiten haben mein Kollege Kai Scheve und ich noch einmal mehr die gegenseitige Nähe und Verbundenheit gesucht, die unsere Zusammenarbeit auszeichnet. Zum Ende des Drehs gab es ein sehr schönes und tränenreiches Abschiedsfest. Ich verlasse die Reihe ja auch mit einem weinenden Auge, da ich das Team, Kollegen und die Produzenten sehr gerne mag. Der Erzgebirgskrimi wird immer ein wichtiger Teil meines Lebens bleiben, an den ich gerne zurückdenke, und ich wünsche mir, dass wir verbunden bleiben. 

Über viele Filme hinweg ist Karina Szabo zu einer vielschichtigen Figur geworden. Inwieweit konnten Sie die Rolle im Laufe der Zeit selbst mitprägen und weiterentwickeln?

Im Rahmen der Möglichkeiten, die die Drehbücher bieten, konnte ich immer viel mitgestalten. Dafür bin ich sehr dankbar. Natürlich hat eine Reihe ein engeres inhaltliches Korsett als ein Einzelstück, aber dennoch wurde mir viel Vertrauen entgegengebracht diese Figur entwickeln zu dürfen. Ich war sieben Jahre Teil des Teams und habe mich in den Jahren sowohl als Mensch als auch als Schauspielerin weiterentwickelt. Das durfte meine Figur Szabo auch erleben. 

Wie viel Lara Mandoki steckt heute in Karina Szabo – und umgekehrt: Gibt es Eigenschaften, die Sie aus der Rolle mitgenommen haben?

Szabo hat sehr viel von mir. Die Rolle der Kommissarin ist im Fernsehkrimi aber oft eher die einer Kommentatorin. Die spannenderen Figuren, die man in existenzieller Not kennenlernen darf, sind meistens die Menschen in den Milieus, über die wir erzählen. Insofern denke ich, hat man bei einer Rolle als Kommissarin ein bisschen mehr die Möglichkeit seine eigene Persönlichkeit einfließen zu lassen. Szabo ist eine starke, unabhängige Frau und auch ein bisschen der einsame Wolf. Diese Anteile habe ich auch in mir, wenn gleich weniger ausgeprägt. 
Gerade im letzten Film "Hexenjagd", der voraussichtlich im Herbst kommt, rückt ihre Eigensinnigkeit nochmal mehr ins Zentrum. Diese Anteile in mir hat die Arbeit an der Szabo sicherlich geprägt und auch geschärft. 

Kommissar Winkler ist überzeugt: Frühstück ist überbewertet. Wie stehen Sie persönlich dazu – Team Frühstück oder Team Kaffee reicht?

Unser ewiger Konflikt. Beim Drehen frühstücke ich gerne, da ich meistens abends im Hotel nichts mehr esse. Wenn ich nicht drehe, esse ich eher abends, gerne in Gesellschaft, aber es ist unterschiedlich. Für Szabo ging es letztendlich weniger um das Essen per se, sondern viel mehr um die Zeit, die sie alleine mit ihrem Kollegen verbringt. Sie hat wenige soziale Kontakte, daher hat sie die Freundschaft zu Winkler immer gesucht. 

Was macht „Mordholz“ besonders?

„Mordholz“ hat einen sehr aktuellen Bezug zum Ukraine Krieg und beleuchtet wie eine von Sanktionen betroffene Region damit umgeht. Das finde ich sowohl relevant als auch interessant. Zudem ist die spannende Krimihandlung in die beeindruckende Kulisse des Erzgebirges wie immer sehr gelungen eingebettet. 

Gibt es einen Ort in Ihrer Heimatstadt Berlin, an dem Sie besonders gut abschalten und zur Ruhe kommen können?

Ich habe lange in Schöneberg im Akazienkiez gewohnt, dort fühle ich mich sehr wohl. Sommerabende draußen im Café Gottlob sind wirklich eine Empfehlung. 

Der neue Erzgebirgskrimi "Mordolz" läuft am Samstag, den 24. Januar 2026 um 20:15 Uhr im ZDF. Bereits ab dem 23. Dezember 2025 ist die Folge auch in der ZDF-Mediathek zum Streamen verfügbar

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