Cassirer und der Durchbruch des Impressionismus

Claude Monet, Sommer, 1874
Museumsinsel Berlin, Alte Nationalgalerie

Die Alte Nationalgalerie würdigt im Jahr 2026 mit Paul Cassirer (1871–1926) einen der bedeutendsten Kunsthändler seiner Zeit. Anlass ist sowohl der 100. Todestag Cassirers als auch das 150-jährige Jubiläum des Gebäudes der Alten Nationalgalerie auf der Museumsinsel Berlin. Die Sammlung der Nationalgalerie ist in vielerlei Hinsicht mit Cassirers Wirken verknüpft. Die Ausstellung zeigt entlang von über 120 Werken des Impressionismus und der klassischen Moderne das beeindruckende Engagement Paul Cassirers für die Kunst.

Mit einer außergewöhnlich dichten und kontinuierlichen Ausstellungstätigkeit förderte der in Berlin ansässige Galerist Paul Cassirer maßgeblich die Verbreitung des französischen Impressionismus in Deutschland. Künstler wie Edgar Degas, Paul Cézanne, Édouard Manet, Claude Monet, Auguste Renoir und Vincent van Gogh erlangten durch ihn größere Aufmerksamkeit im deutschsprachigen Raum. Mit der Präsentation ihrer Werke prägte Cas-sirer die deutsche Kulturlandschaft nachhaltig und stieß leidenschaftlich geführte Diskussionen in der Öffentlichkeit an. Zahlreiche Schlüsselwerke fanden durch seine Vermittlung Eingang in bedeutende deutsche Sammlungen und Museen, darunter auch in die Bestände der Nationalgalerie.

Edgar Degas, Die Orchestermusiker, 1872
Auguste Renoir, Im Sommer, 1868

Cassirer beschränkte sein Engagement nicht allein auf die Vermittlung französischer Kunst. Er setzte sich ebenso für den deutschen Impressionismus ein und unterstützte die Berliner Secession mit Künstlern wie Max Liebermann, Lovis Corinth und Max Slevogt. Gleichzeitig förderte er mit Edvard Munch und August Gaul bedeutende Wegbereiter der klassischen Moderne, während mit Ernst Barlach, Ernst Ludwig Kirchner und Oskar Kokoschka auch die junge Avantgarde Eingang in das Programm seiner Galerie fand. Die Ausstellung zeichnet dieses außergewöhnlich weitsichtige Engagement nach und beleuchtet Paul Cassirer als einen entscheidenden Vermittler zwischen Kunst, Markt und Öffentlichkeit um 1900.

Paul Cassirer in den frühen 1920er-Jahren

22. Mai bis 27. September 2026

Museumsinsel Berlin, Alte Nationalgalerie
Bodestr. 1-3, 10178 Berlin
Öffnungszeiten: Di – So 10 – 18 Uhr

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