Wetter als Zustand, Klima als Erfahrung

Luiz Zanotello,Tempo-Imagem, Installationsansicht, gnration, Braga, Portugal, 2024
Villa Heike Kunstverein

Mit Shifting Weathers eröffnet die Villa Heike einen Raum, in dem Wetter und Klima nicht als abstrakte Datenkulissen erscheinen, sondern als sinnlich wie politisch wirksame Kräfte. Die Ausstellung untersucht, wie sich unsere Vorstellung von Klima zwischen messbaren Fakten, technischen Bildern und jenen langsamen, kaum wahrnehmbaren Veränderungen bewegt, die unseren Alltag dennoch prägen.

Im Zentrum steht die Frage, wie Klima sichtbar wird – und was dabei unsichtbar bleibt. Während öffentliche Debatten stark von Satellitenbildern, Prognosemodellen und grafischen Darstellungen geprägt sind, richtet Shifting Weathers den Blick auf die Zwischenräume: auf Atmosphären, Rhythmen und Prozesse, die sich jenseits spektakulärer Katastrophenbilder entfalten. Die Ausstellung versteht Wetter als fortwährenden Zustand, der Wahrnehmung, Empfinden und Zeitlichkeit formt – und damit auch unser Verhältnis zur Welt.

Mit Arbeiten von Susanne Kriemann, Jasmijn Visser (mit Ingmar König) und Luiz Zanotello richtet es den Blick auf die komplexen Gegebenheiten, die der medialen Vermittlung und Interpretation von Wetter und Klima zugrunde liegen. Die Ausstellung will zeigen, wie künstlerische Praktiken jenseits von Katastrophenbildern neue Perspektiven auf die Vielschichtigkeit von Klima eröffnen.

Susanne Kriemann,Datadust, skin of sand, Ausstellungsansicht,After Rain, DiriyahContemporary Art Biennale, 2024

Die Villa Heike ist ein Atelier- und Bürohaus im Berliner Ortsteil Alt-Hohenschönhausen. Das Gebäude wurde 1910–1911 nach Plänen der Architekten Wilhelm Verhülsdonk und Richard Lott für den Berliner Industriellen Richard Heike errichtet, dieser war Gründer und Eigentümer einer Fabrik für Fleischverarbeitungsmaschinen. Der Baustil ist durch verschiedene Einflüsse gekennzeichnet: Elemente des Historismus finden sich im Hochparterre, in den Treppenhäusern und Wohnräumen der ehemaligen Fabrikantenwohnung. Das imposante, 9,50 m hohe Vestibül ist mit starken Anklängen an einen dorischen Tempel gestaltet und komplett mit Steinputz ausgekleidet. Besonders im Hochparterre finden sich, begünstigt durch die konstruktiven und gestalterischen Möglichkeiten der Stahlbetonbauweise, ungewöhnliche Bauformen mit Anklängen an Art déco und Jugendstil.

Innenansicht Villa Heike

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