Die Autohersteller haben die Vergangenheit als Verkaufsargument entdeckt. Mit elektrischen Neuauflagen legendärer Modelle wie dem Citroën 2 CV, dem Renault Twingo oder dem Volkswagen Polo setzen sie gezielt auf Nostalgie, um neue Käuferschichten anzusprechen
Einst stand er für Minimalismus in jeder Hinsicht. Nicht zuletzt sollte er für jedermann erschwinglich sein. Das war die Ur-Idee, aus der nach dem Zweiten Weltkrieg der Citroën 2 CV hervorging, vorgestellt auf dem Pariser Automobilsalon 1948. Anfangs für Presse und Publikum wegen des eigenwilligen Designs umstritten, wurde er später ein Millionenerfolg und er avancierte als „Ente“ zur sprichwörtlichen Autoberühmtheit. Damals überzeugten vor allem seine einfache, robuste Technik und das unkomplizierte Handling, ideal für Generationen von Autofahrern mit alternativen Lebensstilen.
Diesem vergangenen Geist wieder Nahrung zu geben, hat sich Citroën mit dem neuen ë-2 CV vorgenommen. Dabei auf die berühmte „Ente“ mit Kult-Status zu setzen, reiht sich ein in den neuerlichen Retro-Trend, von dem neben Citroën auch andere Autobauer vor allem neue Käuferschichten erwarten. Mit Reichweiten bis 300 Kilometern eignet sich der neue Retro-Stromer besonders für den Stadtverkehr. Nicht nur für eine junge Generation ist sein Einstiegspreis unterhalb von 15 Tausend Euro sicher ein wichtiges Kaufargument. Ob allerdings sein Retro-Charme für ein merkliches Revival des einstigen Kult-Autos sorgen wird, bleibt abzuwarten.
Mit dem einst erfolgreichen Twingo wollte auch Renault vom Retro-Trend profitieren. Was den Renault Twingo E-Tech Electro aber ganz besonders macht, sind seine praktische Nutzbarkeit und sein attraktiver Preis. Das zeigt sich einerseits im äußerst variierbaren Platzangebot, das viele Transportkombinationen zulässt, andererseits im unwiderstehlichen Preis unter 20 Tausend Euro. Trotz zeitgemäßer Optik erinnert der E-Tech unwillkürlich an den Ur-Twingo aus den 1990er-Jahren.
Schließlich folgte auch Volkswagen dem Retro-Ruf und es verwundert nicht, wenn der Polo als Retro-Stromer derzeit bestellt werden kann. Das Basismodell gibt es bereits für unter 25 Tausend Euro, allerdings mit dem kleineren Akku und Reichweiten um die 300 Kilometer. Für dauerhaft längere Fahrten bietet sich der ID. Polo mit dem stärkeren Motor an und entsprechend größerem Akku. Sein Preis ist dann nicht mehr so günstig. Der ID. Polo unterstützt serienmäßig Schnellladen. Für das Laden zu Hause oder an öffentlichen AC-Ladestationen existiert ein Onboard-Lader. Außerdem bietet der Stromer eine sehr gute Laderoutenplanung mit Zielangaben für Ladestopps und einen KI-gestützten Sprachassistenten.