Wohnen am Tempelhofer Feld

„Tempelhofer Promenade“ als ein urbaner Ring, der das zentrale Feld als Freiraum rahmt

Eine Initiative reagiert auf die angespannte Lage auf dem Berliner Wohnungsmarkt und fordert eine neue, ideologiefreie Debatte über ein sehr großes innerstädtischen Entwicklungsareal.

Die Initiative „Zuhause am Tempelhofer Feld“ schlägt vor, rund 100 Hektar der äußeren Flächen des Tempelhofer Feldes für Wohnungsbau, Gewerbe und soziale Infrastruktur zu nutzen. Die zentrale, etwa 200 Hektar große Wiesenfläche soll hingegen dauerhaft als öffentliche Grünfläche erhalten bleiben und durch eine gemeinnützige Stiftung vor zukünftiger Bebauung geschützt werden. Insgesamt könnten nach Angaben der Initiatoren rund 21.400 Wohnungen für etwa 50.000 Menschen entstehen, davon 30 Prozent im geförderten Segment. Ergänzend sind 10 Prozent Gewerbeflächen sowie 15 Prozent soziale Infrastruktur wie Kitas und Schulen vorgesehen. Die übrigen Flächen sollen für frei finanzierte Wohnungen genutzt werden, etwa durch landeseigene Gesellschaften oder Genossenschaften. Das städtebauliche Konzept stammt von den Architekten Hans Kollhoff und Tobias Nöfer. Vorgesehen ist eine Bebauung nach dem Vorbild klassischer Berliner Quartiere wie dem Schillerkiez oder dem Bergmannkiez, mit individuell gestalteten Stadthäusern, gemischten Nutzungen und kurzen Wegen. Ein zentraler Bestandteil ist die geplante Tempelhofer Promenade“, ein urbaner Ring, der das Feld rahmt und die neuen Quartiere mit den umliegenden Kiezen verbinden soll. Die Initiative betont, dass sie keinen wirtschaftlichen Eigennutz verfolge und das Konzept ehrenamtlich entwickelt worden sei.

Unterstützung erhält das Projekt unter anderem vom Unternehmer und Wirtschaftspsychologen Yiğit Muk, der eine pragmatische Neubaupolitik fordert. Auch Initiator Hamid Djadda verweist auf die angespannte Lage auf dem Berliner Wohnungsmarkt und fordert eine „ideologiefreie Debatte“ über die Nutzung des Areals:  „Berlin braucht dringend bezahlbaren Wohnraum, und Berlin braucht den Mut, große Fragen neu zu denken. Es kann nicht sein, dass wir sehenden Auges eine der größten innerstädtischen Flächen ungenutzt lassen, während Familien, Studierende und Beschäftigte verzweifelt Wohnungen suchen“, so  Djadda,“.Nach Angaben der Initiative könnte das Projekt innerhalb von sechs Jahren realisiert werden, die Investitionskosten werden auf rund neun Milliarden Euro geschätzt. Die Initiatoren kündigten an, das Gespräch mit Politik, Wirtschaft und Stadtgesellschaft zu suchen, um eine neue Diskussion über die Zukunft des Tempelhofer Feldes anzustoßen.

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