Der Klimawandel wird oft ausschließlich politisch diskutiert – dabei lohnt sich ein Blick auf die naturwissenschaftlichen Zeiträume, in denen sich Klima tatsächlich verändert, und auf die technischen Möglichkeiten, die wir heute haben. Als Gebäudetechniker beschäftige ich mich seit Jahrzehnten damit, Energiebedarf zu reduzieren, regenerative Quellen zu nutzen und Gebäude so zu planen, dass sie langfristig funktionieren.
Kein Thema ist in den vergangenen Jahren so stark politisiert worden wie der Klimawandel – gemeint ist der anthropogene Anteil an der Erderwärmung. Denn alle kosmischen Zusammenhänge, wie etwa die Zyklen der Veränderung der Erdneigung und der Umlaufbahn, also die Milankovi´c Zyklen, die in Intervallen von rund 100 000, 41 000 oder 26 000 Jahren wirksam werden und das Klima der Erde beeinflussen, kann der Mensch ohnehin nicht steuern oder verhindern.
Und gemeint sind ja vor allem die heutigen Lebensbedingungen, die erhalten bleiben sollen. Holland, Venedig und die Malediven sollen nicht im Meer versinken – schließlich war die Immobilie in der ersten Reihe am Wasser teuer. Dass die nächste Eiszeit aufgrund der oben genannten Zyklen Nordeuropa gnadenlos überrollen würde, ist in der aktuellen Diskussion kein Argument.
Wenn eine geringe Erdachsenneigung mit einer stark elliptischen Erdumlaufbahn zusammenfällt, läge Berlin wieder unter einer rund 100 Meter dicken Eisschicht. Da die zivilisierte Menschheitsgeschichte aber erst etwa 6 000 Jahre alt ist, interessiert uns das im Alltag nicht.
Leider hat nicht nur die Erde, sondern auch unser einziger Stern Zyklen, die relevant sind. Alle elf Jahre polt sich das Magnetfeld der Sonne um; Phasen geringer Sonnenaktivität können über längere Zeiträume auftreten. Wie sich die dabei entstehenden Sonnenstürme auf die Erde auswirken, ist wissenschaftlich gut untersucht. Um 12 350 v. Chr., also etwa zur Zeit der Höhlenmalereien von Lascaux, gab es extrem starke Sonnenereignisse. Ein sogenannter Miyake Event würde heute große Teile der digitalen Infrastruktur massiv beeinträchtigen. Die damaligen Menschen – die „Lascaux Franzosen“ oder die Natufien Kulturen im heutigen Israel, Syrien und Palästina – störte das nicht; sie freuten sich, dass sich das Eis langsam zurückzog.
In Nordamerika jagte man Mammuts bereits mit meisterhaft gefertigten Speerspitzen, und in Japan begann die Herstellung gebrannter Keramik. Das sind vertraute Sachverhalte, die eine Zeitspanne von 10 000 Jahren plötzlich gar nicht mehr so fremd erscheinen lassen.
Zurück zur nächsten Eiszeit: Wann kommt sie eigentlich? Dank KI landet man schnell bei Forschungsergebnissen der University of California, Santa Barbara. Dort findet sich die Einschätzung, dass eine neue Eiszeit ohne menschliche Einflüsse möglicherweise in rund 10 000 Jahren begonnen hätte. Durch die anthropogen verursachte Erwärmung hat sich dieser Zeitpunkt jedoch verschoben – wir haben uns gewissermaßen einen Puffer verschafft.
Vielleicht sind uns unsere Nachfahren in 10 000 Jahren dankbar, dass sie nicht vor einer heranrückenden Eislawine flüchten müssen, sondern bei einer globalen Durchschnittstemperatur von 20 bis 25°C leben können – ähnlich wie die Dinosaurier damals. Da war alles riesengroß und grün, und es gab genug zu fressen. Allerdings reden wir hier über Millionen Jahre Unterschied zu den Sauriern. Die Erde wird es nur noch etwa sechs Milliarden Jahre geben, bis die Sonne sich zu einem Roten Riesen entwickelt. Bewohnbar ist sie allerdings nur noch ungefähr eine Milliarde Jahre. Also sollten wir langsam anfangen, das Klima der Erde sinnvoll zu beeinflussen.
Wir als ST Gebäudetechnik GmbH tun das seit über 30 Jahren. Wir planen und bauen Gebäudetechnik, die möglichst wenig Energie benötigt und diese idealerweise aus regenerativen Quellen gewinnt. Heizen und Kühlen kann dann sogar CO2 neutral sein. Das ergab schon Sinn, als es noch kein GEG oder GmodG gab – weil es nicht nur CO2 spart, sondern schlicht Betriebskosten.
