Tegel wird zum EXPO‑Kandidaten

In Cannes wurden architektonische Entwürfe vorgestellt, wie sich der ehemalige Flughafen Berlin Tegel zu einem möglichen Standort der EXPO 2035 entwickeln könnte
Neue Entwürfe für Berlins Vision einer Weltausstellung

Der ehemalige Flughafen Tegel könnte zu einem zentralen Schauplatz der möglichen Expo 2035 in Berlin werden. Auf der Immobilienmesse Mipim 2026 wurden erstmals Entwürfe vorgestellt, die zeigen, wie sich das Areal in die geplante "Urban Tech Republic" einfügen und zugleich für eine Weltausstellung nutzen ließe. Die Konzepte unterstreichen das städtebauliche Potenzial des Geländes – und werfen einen Blick darauf, wie Tegel langfristig zu einem neuen urbanen Quartier transformiert werden könnte.

Visualisierung für eine Nachnutzung des Vorplatzes auf dem ehemaligen Flughafen Tegel

Das Flughafengebäude, einst als weltweit erster Drive‑In‑Terminal konzipiert und seit 2019 denkmalgeschützt, prägt bis heute die charakteristische Dreiecksgeometrie des Areals. Das Berliner Architekturbüro gmp war sowohl am ursprünglichen Bau beteiligt als auch an der späteren konzeptionellen Planung für die Nachnutzung des 460 Hektar großen Geländes. Auf der internationalen Immobilienmesse Mipim 2026 in Cannes haben Vertreter der Expo 2035 Berlin GmbH und das Architekturbüro gmp erstmals konkrete Entwürfe präsentiert, wie der ehemalige Flughafen Tegel zu einem der zentralen Standorte einer möglichen Weltausstellung werden könnte. Die Vision verbindet die bereits laufende Entwicklung der Urban Tech Republic mit den Anforderungen eines globalen Großereignisses und zeigt, wie beide Projekte sich gegenseitig stärken könnten. Mit der Urban Tech Republic soll dort ein Forschungs- und Industriepark entstehen, der sich auf urbane Technologien und nachhaltige Stadtentwicklung konzentriert.
Die nun vorgestellten Expo‑Studien untersuchen insbesondere das östliche Areal zwischen Terminal und dem entstehenden Kurt‑Schumacher‑Quartier. Mit rund 127 Hektar wäre die mögliche Ausstellungsfläche größer als das Gelände der letzten Expo in Osaka. Vorgesehen ist eine zentrale Expo Plaza, an die Arena, Deutschland‑Pavillon und Berlin‑Pavillon anschließen. Ein filigraner Aussichtsturm mit schwebenden Glasringen wird als neues Wahrzeichen vorgeschlagen. Die Entwürfe orientieren sich an der bestehenden Geometrie des Flughafens und sollen das Gelände stärker mit den umliegenden Quartieren verknüpfen. 
Neben gmp präsentierten auch internationale Studenten der Academy for Architectural Culture alternative Konzepte. Diese Studien sollen zusätzliche Perspektiven aufzeigen und verdeutlichen, dass das Gelände sowohl räumlich als auch infrastrukturell das Potenzial für eine Weltausstellung besitzt. Gleichzeitig betonen die Initiatoren, dass die vorgestellten Ideen erst im Falle einer erfolgreichen Bewerbung weiter ausgearbeitet und eng mit der Gesamtentwicklung der Urban Tech Republic abgestimmt werden müssten.

Die Kombination aus Exopo und Urban Tech Republic wird von den Beteiligten als Chance gesehen, Innovation, Nachhaltigkeit und gesellschaftlichen Austausch zu verbinden und dem Standort Tegel einen zusätzlichen Entwicklungsschub zu geben. 
Ob Berlin überhaupt den Zuschlag für die Expo 2035 erhält, ist dabei unklar. 

 

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